Gudrun Maria Müller

Sie zögerte, nahm einen Schluck Kaffee. Dann fuhr sie fort.
"Sie ist meine Freundin. Wir sind durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Kennengelernt haben wir uns durch ihren Bruder, mit dem ich vor vielen Jahren einmal liiert gewesen bin." Wieder brach sie ab.

Der Kaffee schmeckte nach Eifersucht. Wütend warf er den Pappbecher, der erst halb ausgetrunken war, in den Papierkorb, der unter seinem Schreibtisch stand. Ein Schwall bräunlich gefärbten Wassers ergoss sich über den Teppichboden.
Ihr Duft, es musste dieser Duft sein, der ihn verwirrte. Es war Jahre her, dass er dieses Parfüm gerochen hatte. Paris, von Yves Saint-Laurent. Er musste sich zusammenreißen, um nicht wie ein kleiner Hund die Luft zu schnuppern. Entschlossen drückte er die ‚REC'-Taste des Aufnahmegerätes.

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